Anwälte Platanenhof

Erste Hilfe zum Thema Erbrecht

Vom Sterben und Erben:

Das Erbrecht ist ein komplexes Rechtsgebiet, welches umfassende Fachkenntnisse erfordert. Diese Kenntnisse hat ein Laie für gewöhnlich nicht aufzuweisen und sieht sich im Erbfall zahllosen Gesetzen gegenüber. Warum eine Person nicht erbt und eine andere trotz des ausdrücklichen „Enterbens“, erklärt Ihnen unser Anwalt für Erbrecht gern.

Erbrecht in Deutschland: Relevante Gesetze für Erbangelegenheiten

Beim Erbrecht geht es vorrangig um gesetzliche Regelungen, die die Angelegenheiten zwischen Privatleuten betreffen. Daher ist das Bürgerliche Gesetzbuch, kurz BGB, maßgeblich. Das Erbrecht wird im fünften Teil des BGB geregelt, wobei die Paragrafen 1922 bis 2385 relevant sind.

Neben dem Bürgerlichen Gesetzbuch kann auch das Lebenspartnerschaftsgesetz anzuwenden sein. Dieses besagt in §1, dass Partnerschaften zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Personen getroffen werden können, was gegenüber einem Standesbeamten zu erklären ist. Außerdem muss der Standesbeamte die Lebenspartner befragen, ob sie eine derartige Lebenspartnerschaft gründen wollen. Laut geltendem Recht steht dem überlebenden Partner ein Erbrecht zu, welches neben dem Erbrecht der ersten und der zweiten Ordnung besteht. Im Umfang des Erbes inbegriffen sind die Gegenstände des Haushalts, in dem beide Partner gelebt haben.

Wenn ein Erblasser Kinder hatte, so erbt jedes Kind und der Partner zu gleichen Teilen. Sind bestimmte Bestimmungen im Testament des Erblassers geschlossen worden, so kann das Erbe anders aufgeteilt werden. Allerdings ist es nicht möglich, die Regelungen zum Pflichtteil zu umgehen, die sowohl für die Kinder des Erblassers als auch für dessen Partner gelten. War die Lebenspartnerschaft allerdings zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers im Aufheben begriffen, so wird das Erbrecht nicht in Kraft treten.

Zusätzlich ist das Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz relevant, des Weiteren kann das Grundgesetz zum Tragen kommen. In diesem heißt es in Art. 14 Abs. 1, dass das Eigentum und das Erbrecht gewährleistet werden, dass Beschränkungen aber durch Gesetze geregelt werden. Sofern eine Person ein Vermögen von Todes wegen erbt, fällt dafür die Erbschaftssteuer an. Die Grundlage dafür liegt im Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz verankert. Sowohl Barvermögen als auch Geschäftsanteile, Immobilien und Wertpapiere unterliegen diesem Gesetz. Maßgeblich für die Höhe der Erbschaftssteuer ist der Zeitpunkt, zu dem der Erbfall eintritt. Zudem sind Freibeträge zu berücksichtigen, die sich nach dem Grad der Erbfolge richten. Diese Freibeträge sind in ihrer Höhe gesetzlich festgeschrieben. Auch eine Schenkung muss nicht immer kostenfrei sein und kann Schenkungssteuern verursachen. Dabei sind ebenfalls bestimmte Freibeträge zu beachten, die sich nach dem Grad der Verwandtschaft zwischen Erblasser und Empfänger richten. Mit der Schenkungssteuer soll die Erbschaftssteuer ergänzt werden, denn sie ließe sich ansonsten durch eine Schenkung einfach umgehen. Teilweise wird ein Schenkungsvertrag aufgesetzt, der die einzelnen Regelungen zur Schenkung detailliert aufschlüsselt. Nicht jede Schenkung ist bedingungslos und gerade bei Immobilien sind oft Vorgaben an die Übertragung geknüpft. So kann sich der Übertragende beispielsweise ein kostenfreies Wohnrecht auf Lebenszeit einräumen lassen.

Kaum jemand beschäftigt sich wirklich gern mit dem Thema Erben, dennoch ist es wichtig. Wer im Falle des Todes eines nahestehenden Menschen plötzlich mit den Fragen zum Erbrecht konfrontiert wird, Aussagen zu Erbscheinen, Pflichtteilen und Anspruchsberechtigten tätigen soll, wird sich rasch überfordert fühlen. Als Ihr Fachanwalt ist es meine Aufgabe, Sie über die Rechte und Möglichkeiten in Sachen Erbschaft aufzuklären. Zu den wichtigsten Themen zählen dabei die folgenden:

Wie sind Testamente und Erbverträge zu gestalten? • Was ist die vorweggenommene Erbfolge und was muss dabei beachtet werden?

  • Wie kann Vermögen verschenkt werden und welche Auswirkungen haben Schenkungen auf das Erbe? •
  • Was sind Übertragungsverträge?
  • Wie lassen sich Ansprüche aus dem Erbrecht umsetzen?
  • Wie werden Pflichtteilsansprüche geregelt?
  • Kann ein Erbe ausgeschlagen werden?
  • Sind Schulden Bestandteil des Erbes und können diese getrennt vom Vermögen betrachtet werden?
  • Was ist das Erbscheinverfahren?

Schon allein die Begrifflichkeiten legen nahe, dass es sich beim Erbrecht um ein Rechtsgebiet handelt, das ein umfassendes Fachwissen erfordert und in das ein bloßes „Einlesen“ nicht ausreichend ist, um tatsächlich rechtskonform handeln zu können. Erben können Alleinerben oder Teil einer Erbengemeinschaft sein, wobei Letzteres durchaus Probleme mit sich bringen kann. Man denke hier an das Beispiel einer Immobilie, die an eine Erbengemeinschaft vererbt wird. Sie kann schlecht von allen Erben bewohnt werden, ein Erbe legt jedoch größten Wert darauf, sie zu nutzen. Hier muss der Wert des Objekts ermittelt werden und der beanspruchende Erbe muss die übrigen Mitglieder der Erbengemeinschaft auszahlen, wenn er die Immobilie behalten möchte. Notfalls muss so etwas über einen Kredit geschehen, was bedeutet, dass der Betreffende zwar ein Erbe erhalten hat, gleichzeitig jedoch Schulden aufnehmen musste.

Wichtig: Ein Anspruch auf ein Erbe kann nicht nur durch die gesetzliche Erbfolge entstehen (erste Ordnung: Kinder und Kindeskinder, zweite Ordnung: Eltern und Geschwister), sondern auch durch eine sogenannte „Verfügung von Todes wegen“. Hierbei hat der Verstorbene zu Lebzeiten festgelegt, auf wen das Erbe übergehen soll. Wird dabei ein Gegenstand vererbt, wird dieser als „Vermächtnis“ bezeichnet. Dieses Vermächtnis kann der Empfänger von den übrigen Erben einfordern.

Eine der häufigsten Fragen in der Rechtspraxis dreht sich darum, ob ein Vermögen bereits zu Lebzeiten des Erblassers vergeben werden kann bzw. inwiefern Regelungen das Vermögen betreffend Gültigkeit haben. Unterschieden wird dabei zwischen dem Erbvertrag und dem Testament. Der Erblasser muss sich in beiden Fällen nicht an die geltende Erbfolge halten und kann auch Personen als Erbe einsetzen, die nicht mit ihm verwandt sind. Das Testament ist als Einzeltestament oder als gemeinschaftliches Dokument aufzusetzen, wobei Letzteres nur durch Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner möglich ist. Ein eigenhändiges Testament muss umfassenden Formvorschriften genügen, um rechtswirksam zu sein. Das heißt, dass es eigenhändig aufzuschreiben ist sowie eine Angabe zu Ort und Datum tragen muss. Ein gemeinschaftliches Testament muss nur von einer Person aufgeschrieben werden, beide Partner müssen das Dokument aber unterschreiben. Empfehlenswert ist es, die Urkunde notariell beurkunden zu lassen. Der Erbvertrag ist ebenfalls eine Verfügung von Todes wegen und muss zwingend beurkundet werden. Auch die Personen, die nicht miteinander verheiratet sind, können einen solchen Vertrag schließen. Eine Änderung des Vertrags ist nur nach Zustimmung des anderen Partners möglich, nach dessen Tod darf das Dokument nicht mehr geändert werden. Der Erbvertrag erweist sich damit als flexible Möglichkeit, die eigenen Wünsche das Erbe betreffend anzupassen.

Genau so fühlen sich manche Erben, wenn sie den Tod eines geliebten Menschen zu beklagen haben. Plötzlich stürmen viele Tausend Fragen auf sie ein, es gilt unzählige Dinge zu regeln und praktisch nebenbei eine Beisetzung zu organisieren. Hier ist fachkundige Hilfe gefragt, die sich durch unseren Fachanwalt für Erbrecht in Hagen darstellt. Dieser ist mit allen Gesetzen und Verordnungen rund um das Erbrecht bestens vertraut und hält sein Wissen durch ständige Fortbildungen auf dem neuesten Stand. So kann er Sie nach bestem Wissen und Gewissen beraten und die passende Rechtslösung präsentieren. Vor allem innerhalb von Erbengemeinschaften kommt es nicht selten zum Streit, schnell fühlt sich eine Partei übervorteilt. Der Fachanwalt ist nicht parteiisch und berät Sie nach geltendem Recht und Gesetz. So übernehmen wir in der Kanzlei in Hagen für Sie die Beantragung eines Erbscheins, fechten notfalls ein Testament an und stehen Ihnen vor allem in jeder Situation beratend zur Seite. Dazu zählt auch, dass wir Ihnen verdeutlichen, wenn ein Streit um Erbangelegenheiten nicht sinnvoll erscheint. Wir raten Ihnen nur dann zu einer rechtlichen Auseinandersetzung, wenn diese für Sie tatsächlich Erfolg versprechend ist. Natürlich übernehmen wir in diesem Fall nicht nur die Beratung, sondern auch Ihre Vertretung vor Gericht, sollte sich der Streit nicht außergerichtlich beilegen lassen.

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